Happy Birthday »Alter Fritz«

Die ARD zeigt heute zum 300. Geburtstag des Freimaurers und Preußenkönigs Friedrich II. (genannt »der Große«) ein Dokudrama. Der »Alte Fritz« gilt als »Vertreter eines »aufgeklärten Absolutismus« (»Ich bin der erste Diener des Staates«), war für damalige Verhältnisse ein außergewöhnlicher Freigeist, der u. a. mit Voltaire korrespondierte, aber auch ein risikofreudiger »Spieler«, der mehrfach alles auf eine Karte gesetzt hat, um sein Reich zu vergrößern.
Beide Aspekte der Persönlichkeit werden auch ab dem 28. April in einer großen Ausstellung (»Friederisiko«) der »Stiftung Preußische Schlösser und Gärten« im »Potsdamer Neuen Palais« beleuchtet.
Ob im Film und der Ausstellung auch Friedrichs »Freimaurerei« eine Rolle spielen wird, ist abzuwarten. Daher hier zumindest die Eckdaten: Der Monarch wurde 1738 in Braunschweig in den Bruderbund aufgenommen und gründete später in Rheinsberg eine eigene Loge, aus der dann auch die erste deutsche Großloge (heute: »Große National-Mutterloge Zu den drei Weltkugeln«) hervorging.

Recommend a friend

24. Januar 2012 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer-Veranstaltungstipps, Freimaurern auf der Spur (Ausflugtipps) | Schreibe einen Kommentar

»J. Edgar« – Film über einen fatal gescheiterten Freimaurer?

Der Zeitpunkt könnte fast nicht besser gewählt sein: Die englischsprachige Ausgabe von Wikipedia und zahlreiche andere Websites »streiken« heute gegen ein drohendes US-Gesetz zur schärferen Regulierung des Internets – und im Kino läuft morgen ein Film von Clint Eastwood über einen der wohl umstrittensten US-Amerikaner und -Freimaurer der Neuzeit an: »J. Edgar«. Es geht um Moral und Verantwortung. Und um die uralte Frage: Wie viel Beschneidung von individueller Freiheit, wie viel Regulierung und Überwachung ist nötig, um möglichst Vielen möglichst viel Freiheit zu ermöglichen?
Es gibt Menschen, die meinen, John Edgar Hoover (gespielt von Leonardo DiCaprio) habe die Welt sicherer gemacht, habe geholfen, westliche Freiheit zu verteidigen. Mag sein, dass dies auch wirklich seine einzige Absicht war. Hoover war zu Lebzeiten ja auf jeden Fall auch eine Ikone. Aber es gibt andere, die schon damals der Ansicht waren, der Mann habe letztlich mit dem »FBI« ein Monster erschaffen. Einen Überwachungsstaat, der errungene Freiheiten im »Land of the free« bis auf eine lächerliche Kulisse ausgehöhlt und viele unschuldige Opfer gefordert habe.
Ich bin kein Richter, will mir kein Urteil erlauben. Es war eine andere Zeit und eine für mich unvorstellbar andere Welt; die des kalten Krieges. Der Westen sah seine ‘Demokratien’ vom ‘Kommunismus’ bedroht.
Aber eins kann ich auf jeden Fall sagen: John Edgar Hoover hat durch sein Wirken und seine Logenmitgliedschaft auf jeden Fall Kritikern der Freimaurerei einen fruchtbaren Nährboden für Verschwörungstheorien bereitet. Und ich kann nur hoffen, dass die meisten Nicht-Freimaurer aufgrund unseres einstigen Mitglieds »John Edgar« nicht leichtfertig das machen, was vielleicht schon einer der größten Fehler Hoovers war: Stumpf in schwarz und weiß, gut und böse zu teilen. Und damit alles über einen, bestenfalls zwei Kämme zu scheren. Das wäre fatal!
Denn Hoovers Freiheitsverständnis steht auf jeden Fall gänzlich im Gegensatz zu meinem und dem, wie ich es in der Freimaurerei schätzen gelernt habe: Nicht zu Bevormunden, sondern auf individuelle Freiheit zu setzen, aber auch auf die Verantwortung des Individuums für die Gemeinschaft, und dabei stets an Vernunft und Mitgefühl zu appellieren.
Ich sehe heute jedenfalls wieder, dass dieser alten Idee offenbar viel mehr Menschen etwas abgewinnen können, als nur ein paar Freimaurer. Heute, am Tag, an dem Wikipedia und andere Websites offline gehen – aus Protest gegen die Pläne der US-Regierung zur schärferen Regulierung des Internets. Pläne, die eine Zensur nicht nur möglich machen, sondern sogar wesentlich erleichtern würden. Mag sein, dass dies gar nicht die Absicht der US-Regierung ist. Dass es wirklich nur um den Schutz geistigen Eigentums vor Raubkopierern geht. Aber ging es John Edgar Hoover darum, ein Monster zu erschaffen? Man weiß nie, wer morgen »am Drücker« ist. Man kann nur heute dafür sorgen, dass er (oder sie) dann möglichst wenig Spielzeug in der Hand hat, um Unheil anzurichten. In diesem Sinne…

Recommend a friend

18. Januar 2012 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer 2.0, Freimaurer-Portrait, Freimaurer-Videos, Kritisches | Schlagwörter: , , , | 3 Kommentare

Das Maurerwort zum Jahreswechsel: Ein Blick auf’s Mindesthaltbarkeitsdatum der Freimaurerei!

»Gebieter, sollen wir uns aus’m Staub machen? Die Menschen hatten grad’ ‘nen Moment der Wahrheit!« // »Keine Sorge – sie machen garantiert wieder ‘ne Überzeugung draus!«

Liebe Brüder,
»Freimaurerei war immer«, schrieb Bruder Lessing. Und Br. Rolf Appel hat irgendwann ergänzt »und wird immer sein!«
Ich hab’ diesen Satz tausend mal gehört – aber tausend mal ist (fast) nix passiert. Doch jetzt hat’s endlich ‘Zooom’ gemacht: Weiterlesen →

Recommend a friend

01. Januar 2012 von philipmilitz
Kategorien: Maurerwort-Kolumne (Innenansichten) | Schreibe einen Kommentar

Eine Weihnachtsgeschichte von Ochsen und Eseln – und einem Weisen aus dem Abendland

In einer alt-ehrwürdigen Freimaurer-Loge wurde einst diskutiert, ob man erstmals die traditionelle Adventsfeier in ein repräsentativeres Umfeld verlegen sollte, statt wie üblich wieder in einem inzwischen in die Jahre gekommenen Gasthof zu feiern. Nachdem Traditionalisten und Modernisierer all ihre überzeugenden Argumente vorgebracht hatten, meldete sich schließlich der Alt-Logenmeister mit folgender Geschichte zu Wort:

»Es war einmal vor langer Zeit ein Kind geboren in einem Stall. Die Eltern hörten, dass gar viel Volk auf dem Weg zu Ihnen war und sogar drei Weise aus dem Morgenland ihre Aufwartung angekündigt hatten. Sie kamen deshalb überein, dass eine derartige Herberge wohl kaum ein geeigneter Rahmen wäre und beschlossen, sich nach etwas Repräsentativerem umzuschauen. Bethlehem hätte da auch zu wenig zu bieten und es wäre am Besten, man ziehe in einen der Paläste der Nachbarstädte. Gesagt, getan. Es war ein strahlender Rahmen für die Präsentation; nur das Kind weinte aus unerfindlichen Gründen und Ochs und Esel waren nicht mehr dabei. Die drei Weisen kamen übrigens erst gar nicht; sie reisten zu einem leeren Stall, denn der Stern stand unverändert über der Krippe…«

Die Brüder entschieden sich, wieder in ihrem Gasthof zu feiern.

[Danke an Br. J. K. für die schöne Geschichte!]

_____
Nichts mehr verpassen? Blog-Update-Infomails abonnieren:


 

Recommend a friend

17. Dezember 2011 von philipmilitz
Kategorien: Geschichten und Geschichtchen, Maurerwort-Kolumne (Innenansichten) | 1 Kommentar

Freimaurer zum ‘Botschafter’ und ‘Menschen des Jahres’ ernannt

Jens Rusch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein »Königlicher Künstler« – einerseits als exponierter norddeutscher Kunstschaffender und andererseits als engagierter deutscher Freimaurer: U. a. hat er mit der über Dithmarschens Landesgrenzen hinaus bekannten »Wattolümpiade« schon hunderttausende Euro an Spendengeldern für Krebskranke gesammelt. Für seinen bürgerschaftlichen Einsatz wurde er jetzt sowohl von den Lesern der örtlichen Zeitungen zum »Menschen des Jahres 2011« gewählt, als auch vom Landrat als »Botschafter Dithmarschens« ausgezeichnet. Und ich möchte jetzt hier gerne noch die soeben frei erfundenen Auszeichnungen als »Freimaurer 2.0« und als »Freimaurerei-Botschafter« hinzufügen… ;)

Weiterlesen →

Recommend a friend

05. Dezember 2011 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer 2.0, Freimaurer Presse-Schau, Freimaurer-Portrait | Schreibe einen Kommentar

Endlich gefunden: Der Stein der Weisen!

Ein kränkelnder Lebemann fragt einen alten Eremiten um Rat: »Meine Zeit neigt sich dem Ende zu. Sage mir: Wenn ich jetzt das Völlen, Feiern und V***** unterließe – würde ich dann länger leben?« Antwortet ihm der Einsiedler: »Nicht unbedingt. Aber es würde Dir sicherlich so vorkommen!«

Liebe Brüder,
im November gedenken wir mit Trauerlogen der Verstorbenen, besuchen am Totensonntag Gräber der von uns gegangenen Brüder – und erinnern uns mit all dem natürlich auch der eigenen Sterblichkeit.
Weil das naturgemäß alles schon deprimierend genug ist, möchte ich Euch mit einer Meldung aufmuntern, die hoffen lässt: Denn Michael Schmidt Salomon hat endlich gefunden, wonach Tausende schon vergeblich gesucht haben – darunter auch legendäre Freimaurer wie der Graf von Saint Germain. Gemeint ist jener sagenumwobene Stein, der sogar unsterblich machen soll.
Ich zitiere also feierlich den Philosophen Schmidt-Salomon aus einer Meldung des »Humanistischen Pressedienstes«:

»Der Stein der Weisen ist [Trommelwirbel] der Grabstein! Die Erkenntnis, dass man nun mal endlich ist. Gerade aus dieser Erkenntnis lässt sich die Kraft ziehen, die kurze Phase auf diesem Staubkorn im Weltall sinnvoll zu verbringen.«

Der 3. Grad lässt grüßen! Vielleicht sollten also auch wir Freimaurer künftig mehr Zeit für die ‘Arbeit am Grabstein’ aufwenden, statt immer nur ‘am Rauen’ rumzufeilen. ;)

___
Nichts mehr verpassen? Blog-Update-Infomails abonnieren:


 

Recommend a friend

23. November 2011 von philipmilitz
Kategorien: Maurerwort-Kolumne (Innenansichten) | Schreibe einen Kommentar

Quergelesen: »Schümanns Hamburger« – wie und warum ‘Mann’ Freimaurer wird

Oder: Warum ein schlechter Ruf nicht nur ein großer Fluch, sondern manchmal vielleicht auch ein kleiner Segen sein kann!

Zum kommenden 275. Geburtstag der deutschen Freimaurerei hat sich auf Initiative von Knut Terjung »Schümanns Hamburger« die Freimaurerei ‘vorgenommen’. Immerhin hatte hierzulande seinerzeit alles in der Elbmetropole mit der »Loge d’ Hamburg« (heute: »Absalom zu den drei Nesseln«) begonnen. Glücklicherweise beschränkt sich das Hamburger Hochglanz-Stadtmagazin aber nicht auf Geschichte, sondern liefert vor allem lesenswerte Portraits heutiger Brüder: Vom Anglistik-Professor mit James Bond-Faible, über einen ‘Banker’, der zugleich der erste Grünen-Abgeordnete seiner Wahlheimat wurde, einen längst gestandenen Freimaurer-Meister, bei dem der freimaurerische Grundstein “auf’m Bau” während seiner Zeit als Fliesenleger gelegt wurde, bis zum jungen Informatiker aus Bolivien, den schon in einer freimaurerisch-inspirierten Jugendorganisation überzeugte, wie dort »die Streber und die Coolen« seiner Schule plötzlich miteinander harmonierten. Ebenfalls erfreulich erfrischend: Auch Freimaurerinnen kommen zu Wort. Die Brüder und Schwestern blicken zudem durchaus mit Selbstironie und Selbstkritik auf ihre vielleicht etwas in die Jahre gekommene Freimaurerei:

Weiterlesen →

Recommend a friend

18. November 2011 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer 2.0, Freimaurer Presse-Schau, Freimaurer-Portrait, Geschichten und Geschichtchen | Schreibe einen Kommentar

Wer ist eigentlich Knut Terjung?

Oft, wenn in diesem Blog über progressive Ideen aus der deutschen Bruderschaft berichtet wird, taucht der Name Knut Terjung auf. Vielleicht hat sich da ja der ein oder andere auch mal gefragt, wer dieser Mann eigentlich ist. Die Schaumburger Zeitung hat jetzt ein schönes Portrait (»Ein Zeitzeuge ersten Ranges, ein Beobachter in der ersten Reihe, als in Deutschland politische Geschichte geschrieben wurde, als Willy Brandt Bundeskanzler war und Helmut Schmidt ihn beerbte.«) geschrieben, dass vielleicht ein wenig ‘Licht ins Dunkle’ bringt. So viel vorab:

»Der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion kehrte später zum ZDF zurück, erlebte lange die guten Zeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit, drehte Filme über den Freiheitskampf von unterdrückten Kurden, über Folter in der Türkei, über Aufwiegelung gegen aidskranke Kinder in Polen oder über einen Toten in Hamburg, der fünf Jahre lang unbemerkt in seiner Wohnung gelegen hatte. Journalisten, so hatte es Terjung in seiner Abschiedsrede nach acht Jahren als Leiter des ZDF-Landesstudio Hamburg formuliert, sollten dazu beitragen, „inmitten der Verwirrtheiten einer immer komplexer werdenden Welt ein Stück solide Orientierung zu bieten“. Terjung war mächtig verärgert damals: Vier Jahre hatte er an einer Reportage gearbeitet, die ihm besonders am Herzen lag: Um von Heroin Schwerstabhängige ging es, um einen Modellversuch. Das ZDF, man ahnt es schon, versteckte die Reportage auf einem Sendeplatz nach Mitternacht, Terjung warf dafür in seiner Abschiedsrede die Frage auf, welches Thema sexy ist und welches nicht in den Zeiten der Quotenträchtigkeit: „,Sexy‘ als neue öffentlich rechtliche Markierung für Priorität.“ Da Terjung die Rede dem Hamburger Abendblatt durchsteckte, gingen die medialen Wellen bei seinem Abschied 2005 noch einmal richtig hoch.«

Viel Freude beim Lesen – und – dieser kleine Kommentar sei erlaubt: Es ist mir immer ein Genuss, mit Knut ‘zusammenzuarbeiten’. Ich hoffe jedenfalls, dass ich mit 70 auch noch so weltoffen sein werde, wie er es ist. Selbstverständlich ist das nicht. ;)

___
Nichts mehr verpassen? Blog-Update-Infomails abonnieren:


 

Recommend a friend

11. November 2011 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer 2.0, Freimaurer Presse-Schau, Freimaurer-Portrait, Geschichten und Geschichtchen | Schreibe einen Kommentar

Statt Postkarten und Souvenirs…

Zurück aus dem Urlaub (und wahrscheinlich die nächsten vier Wochen schon wieder beruflich auf Reisen) habe ich statt Postkarten und Souvenirs lieber eine Urlaubsort-Anekdote und zwei Buch-Empfehlungen mitgebracht:

Weiterlesen →

Recommend a friend

08. November 2011 von philipmilitz
Kategorien: Geschichten und Geschichtchen | 1 Kommentar

Geheimcode entschlüsselt – Dokument aus dem 18. Jahrhundert mit freimaurerischen Bezügen?

Interessante Meldung bei Spiegel Online: Forscher haben einen komplizierten Geheimcode aus dem 18. Jahrhundert geknackt. Das als »Codex Copiale« bekannte Buch enthält offenbar die deutschsprachige Beschreibung einer Aufnahmezeremonie in eine (laut Artikel) »mysteriöse Bruderschaft« – welche, dass lässt mindestens Spiegel Online offen. Womöglich, weil sich auch die Wissenschaftler noch nicht festgelegt haben. Dass aber nicht mal Vermutungen geäußert werden, ist entweder erfreulich seriöser Journalismus oder zumindest erstaunlich: Denn schon nach schnellem Überfliegen des Textes scheinen mir zumindest einige freimaurerische Bezüge offensichtlich, was aber eben tatsächlich noch lange nichts heißen muss:

Weiterlesen →

Recommend a friend

27. Oktober 2011 von philipmilitz
Kategorien: Freimaurer Presse-Schau | 3 Kommentare

← Ältere Artikel